Mittwoch, 1. August 2012

Die RatCon steht an

Wenige Pausenjahre ausgenommen pilgere ich nun seit 13 oder 14 Jahren - so ganz sicher bin ich mir da nicht, aber ungefähr wird's stimmen - zur RatCon, einer der größeren Conventions in Deutschland. Einst die Haus-Con von FanPro, nun von Ulisses und als DSA-Convention verschrien. Dabei hat sich meine Interessenslage inzwischen deutlich verschoben.

In meinen Anfangsjahren als RatCon-Besucher war ich der typische DSA-Fanboy und spielte nebenher vielleicht noch etwas Shadowrun oder Earthdawn. Ich war begeistert davon, hier auf die Autoren treffen zu können und besuchte einen Workshop nach dem anderen. Zum Spielen fand ich gar keine Zeit! Nein, an den Diskussionen partizipieren wollte ich und das neueste erfahren. Dies war auch die Zeit, in der ich noch an Fan-Projekten teilnahm wie dem Curriculum Salamandris oder dem Kampfregel-Projekt.

Ab 2000 änderte sich die Lage, die Fan-Projekte wurden nebensächlicher, DSA4 war raus und ja, natürlich wollte ich noch auf dem Laufenden bleiben, aber die Workshops wurden für mich zunehmend uninteressant, hatte das Gefühl, das alles schon mal gehört zu haben. Hadmar und seine Scherze, hach. Es folgte eine große Zeitspanne, von der ich gar nicht so recht weiß, was ich da eigentlich noch groß gemacht habe - zumal ich die aventurische Geschichte immer weniger verfolgte und ab 2004 auch gar nicht mehr richtig DSA spielte, mich auch kaum noch in die Workshops begab. Dabei wurde in dieser Zeit der Fokus DSA insbesondere bei den angebotenen Spielrunden stärker!
Und dann wurde irgendwann auch noch die freie Podiumsdiskussion durch eine moderierte ersetzt und ich erinnere mich an ewiges Geschwafel und das Glücksrad gab es auch nicht mehr. Erschreckend war es dann, als ich ausnahmsweise mal wieder in Workshops ging. Das waren keine Workshops oder Diskussionen, sondern Produktvorstellungen! Teils wurde da erstmal eine halbe Stunde lang das Inhaltsverzeichnis eines neu erscheinenden Quellenbuches verlesen und kommentiert! Das war dann auch das Jahr, nach dem ich mir eine Pause nahm.

In den letzten Jahren fing ich dann endlich an, auf der RatCon zu spielen. Inzwischen gibt es ja außer den von freien Spielleitern angebotenen Runden - meist DSA - auch eine breite Auswahl an Support-Runden der "großen" Verlage, vorrangig Ulisses und Prometheus. Mehr als eine Runde pro Con schaffte ich aber auch nicht - meist hatte ich am Wochenende eh noch anderes vor. Eine Savage-Worlds-Sandbox auf Faerun, eine Rippers-Einführung und eine Myraniars-Runde sind meine bisherige Ausbeute. Sonst klapperte ich die Verkäufer nach Schnäppchen ab (HârnMaster, ein W20, der dauernd 1er würfelt und ein zu dem Zeitpunkt gerade vergriffenes Arcane-Codex-Quellenbuch waren meine Ausbeute).

Tja, nun steht die RatCon wieder an, diesmal in Unna. Alles soll besser werden, ich bleibe skeptisch. Geh ich hin oder lass ich's bleiben? Ich würde ja gerne mal wieder spielleiten. Das habe ich das letzte Mal 2000 auf einer Convention gemacht, auf der RatCon gar noch nie. Vielleicht etwas mit Zombies. Und Gladiatoren. Im Weltraum.

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