Samstag, 25. August 2012

Die RatCon 2012 - ein Rückblick

Mit gemischten Erwartungen - ich berichtete - begab ich mich auf die diesjährige Hausconvention von Ulisses Spiele, die 17. RatCon. Wie ist es mir nun tatsächlich dort ergangen?

Das wichtigste vorweg: Die Con war großartig.

Als erstes ist mir das wunderschöne, in einem Park gelegene Gebäude aufgefallen. Unter den Bäumen zu wandeln stimmte mich positiv und optimistisch, 15 Euro später hielt ich auch schon meine Begrüßungstüte (DSA-Promo-Abenteuer, Cthulhu-Einsteigerheft, eine Aventurienkarte, jede Menge Flyer und mehr) in der Hand und sah mich in der wunderschönen Stadthalle um: Die Convention nach Unna zu verlegen war die richtige Entscheidung! Breite Flure, breite Treppen, große Hallen, Luft und Platz zum Gehen und Atmen! Das beste aber: Unzählige saubere Toiletten! 
Auf den Toiletten der RatCon habe ich ja schon einiges erlebt: Kein Toilettenpapier, kein Papier, um die Hände abzutrocknen. Herumliegendes Toilettenpapier, Pisslachen, verstopfte Toiletten, Fäkalien auf der Klobrille, größere Pisslachen, Fäkalien neben der Toilette. Von Freitag zu Sonntag ging es stetig bergab. Ich weiß nicht, wie es die Stadthalle in Unna es schafft - vermutlich durch kompetentes Reinigungspersonal - aber die sanitären Anlagen blieben von Freitag Abend bis Sonntag Nachmittag in einem reinlichen Zustand, angesichts dessen ich dort gerne meinen körperlichen Bedürfnissen nachging und nicht den Drang hatte, diese Räumlichkeiten so schnell wie möglich zu verlassen, bevor ich noch mit unaussprechlichen Dingen in Kontakt gerate.

Eine weitere Neuerung war die Einführung der Con-Tasse - für 10 Euro konnte man eine Tasse kaufen, mit der man eine Kaffee- und Tee-Flatrate erhielt. Sehr schön, gekauft. Einen Whiteboardmarker gab es gleich mit dazu, denn auf der Tasse war ein lustiges Spiel abgedruckt, das man mit anderen Tassenbesitzern spielen konnte.

An der Händlerfront waren neben Ulisses, Ulisses Würfelmeister, Uhrwerk, der Redaktion Phantastik, 13Mann und Pegasus waren auch einige kleinere Händler vertreten. Mir gelang es, Gurps Traveller: Modular Cutter (das nutzloseste Traveller-Quellenbuch, das ich je in meinen Händen hielt) für schlappe 5 Euro zu ergattern und noch einige andere Leckerlis mehr. Ich vermisste Prometheus, die abgesagt hatten - leider hatte die Orga das nicht weitergegeben, so dass Prometheus auch noch auf dem Standplan eingezeichnet war. Sehr gut kam eine Rammsch-Aktion von Ulisses mit B-Ware-Produkten an, ein gigantischer Berg DSA-Romane ist tatsächlich über den Con komplett aufgekauft worden. Ich war jedenfalls zufrieden - ich freue mich ja über Händler aus anderen Städten, bei denen man vielleicht noch das ein oder andere seltenere oder ältere Rollenspielprodukt ergattern kann und wurde in dieser Hinsicht wirklich zufrieden gestellt. Selbst einen Händler mit Waffenkrams, Taschenuhren usw. war vertreten.

Es gab wieder einen Außenbereich, diesmal komplett auf einer kleinen Wiese neben dem Zeltplatz. Hier wurde das teure Essen aus der Caféteria um Würstchen, Schnitzel und Pommes zu sehr fairen Preisen erweitert und das Essen schmeckte sogar - die Würze der Pommes fand ich geradezu hervorragend. Zudem fanden auch hier Spielrunden statt und es gab ein wenig LARP-Ausstattung, bei der Hitze fand ich es aber auch ganz angenehm, mich einfach mal ein wenig in den Schatten unter die Bäume zu setzen. Und damit war ich wohl nicht der einzige.

So, jetzt aber zum Kern des ganzen: Man geht ja nicht nur auf eine Con, um Kaffee zu trinken, auf der Wiese zu chillen und sich mit Rollenspielmaterial einzudecken. Nein, letzten Endes wollen wir doch alle nur das eine: unsere Rollenspielsucht befriedigen.

Die Wand mit den Spielrundenaushängen war diesmal ein wenig günstiger positioniert. Das Angebot war immer noch recht DSA-lastig, aber gefühlt wurden mehr andere Systeme angeboten. Ich habe unter anderem auch Shadowrun, Prost, Savage Worlds und Unknown Armies gesehen. Für mich war es diesmal endlich wieder wenigstens ein bisschen die Frage des "was möchte ich spielen", nicht so sehr die des "finde ich überhaupt etwas zu spielen" - ein klarer Gewinn im Vergleich zu den letzten RatCons. Zumal wenn man, wie ich, so gar nicht darauf steht, auf einer Con DSA4 zu spielen.

Leider hatte ich zunächst ein wenig Pech, so dass ich es zu einer Savage-Worlds-Runde nicht schaffte, an der ich eigentlich teilnehmen wollte. Eine weitere Runde fiel aus. Aber nach zwei oder drei vertanen Stunden gelangte ich in eine ganz großartige Marvel Heroic Roleplaying-Runde. So etwas hatte ich auf der RatCon nie erwartet, umso größer meine Freude. Den Samstag beschloss ich dann mit einer spaßigen Brettspielrunde Cadwallon - Stadt der Diebe.

Als ich mich Sonntag dann nach Spielrunden umsah, fand ich schnell eine Space 1889-Demorunde. Der Spielleiter war gut vorbereitet, er hatte einen interessanten Plot, aber unsere Runde war absolut verrückt. Ein Mitspieler, Spieler eines britischen Diplomaten, beschloss, den Amerikanern die Suppe zu versalzen und es lag dann an meinem marsianischem (britischen) Butler, ein Erfinder-Genie der Amerikaner zu beseitigen. Witzigerweise lieferte die vorbereitete Handlung des Spielleiters mir dazu die ideale Gelegenheit inkl. der Möglichkeit, die Schuld daran den Japanern in die Schuhe zu schieben, die seine jüngste Erfindung stehlen wollten... Insgesamt eine spaßige Angelegenheit und der SL ist auch sehr souverän mit der etwas schwierigen Runde umgegangen.

Noch eine kurze Bemerkung zu den Workshops: Für den einen sind sie interessanter als die anderen. Auffällig war, dass es weniger DSA-spezifische Workshops als in früheren Jahren gab. Das macht das Workshop-Angebot insgesamt interessanter. Die Qualität der Workshops steht und fällt natürlich mit denjenigen, die sie anbieten. Gut fand ich, dass für die Workshops nur recht kleine Zeitfenster vorgesehen waren.

So, komme ich zum Fazit:

Die Stadthalle in Unna stellt eine deutliche Verbesserung im Vergleich zum FHH in Dortmund dar - die Verlegung des Ortes war die absolut richtige Entscheidung. Mit der Kaffee-Flatrate wurde eine wichtige Neuerung eingeführt. Das Angebot der Händler hat sich deutlich verbessert, ebenso fiel das Angebot der Spielrunden besser aus. Ich habe den Besuch nicht bereut und werde der RatCon definitiv auch nächstes Jahr einen Besuch abstatten wollen, diesmal wieder voller Begeisterung.

1 Kommentar:

  1. Auf den Toiletten der RatCon habe ich ja schon einiges erlebt: Kein Toilettenpapier, kein Papier, um die Hände abzutrocknen. Herumliegendes Toilettenpapier, Pisslachen, verstopfte Toiletten, Fäkalien auf der Klobrille, größere Pisslachen, Fäkalien neben der Toilette. Von Freitag zu Sonntag ging es stetig bergab. Ich weiß nicht, wie es die Stadthalle in Unna es schafft - vermutlich durch kompetentes Reinigungspersonal

    Du fragst Dich, wie das Personal in Unna das schaffte. Ich frage mich, was für Dreckschweine Cons besuchen, daß es so aussieht, wie Du beschreibst.

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