Dienstag, 31. Juli 2012

Ein Abschied


„Am Ende spielt man ja doch wieder DSA.“

Diese Worte fielen kürzlich auf einer Party in einem Gespräch unter Rollenspielern. „Am Ende spielt man ja doch wieder DSA.“ Nein! dachte ich mir, Mit mir nicht mehr! Dabei verstehe ich den Reiz des Gewohnten und Bekannten durchaus. Vielleicht hat man gerade eine enttäuschende Erfahrung mit einem neuen Rollenspiel hinter sich. Vielleicht kann man sich sich aber auch mal wieder mit der Spielrunde nicht darüber einigen, was man spielen möchte, zu groß ist das Angebot geworden, zu verschieden sind die Spielinteressen. Das altbekannte Rollenspiel der Jugend verspricht da Sicherheit und Geborgenheit, sicheren Spielspaß ohne Risiken, ohne Experimente. Ein Spiel des Kompromisses, mit dem sich jeder irgendwie zufrieden geben kann. Schließlich hat es ja jeder schon einmal gespielt und irgendwie war es doch ganz ok?

Aber ich ertrage es einfach nicht mehr. DSA, oh du meine erste Rollenspielliebe, ich muss mich von dir nach 18 Jahren endgültig verabschieden. Ich versuchte schon einmal, dich zu verlassen, auch dies immerhin schon 8 Jahre her, kehrte aber in deine Arme zurück, als eine neue Spielrunde darum bat. Aber nun ist Schluss. Deine Regeln machen mich fertig, dein Setting geht mir auf den Keks, du frustierst mich, zwängst mich ein, erstickst mich mit deinen Regeln, deinen Details, deinen unzähligen voluminösen Druckwerken grau in grau. Du bist einen Weg gegangen, ich ging einen anderen Weg. Wir sind nun zu weit voneinander entfernt, laufen auf unterschiedliche Ziele zu, als dass wir noch eine gemeinsame Zukunft haben könnten.

Nein, Schwarzes Auge, ich werde am Ende nicht doch wieder DSA spielen.

Ich möchte mich hier von dir verabschieden, DSA, und dir viel Glück für deinen weiteren Weg wünschen, wo auch immer du hingehen wirst. 

Ich wünsche mir nur eines: Mehr vom Rollenspiel - das Rollenspiel ist bunt und granatenstark und es sollte mehr bieten, als den ewigen Kompromiss.

1 Kommentar:

  1. Du musst nur Leute finden, die auch was anderes spielen wollen, dann wird das schon. Wenn sie die ganze Gruppe nicht bewegt wird es schwierig.

    AntwortenLöschen